Die Kläranlage der Gemeinde Kehrig war sanierungsbedürftig. Aufgrund einer Studie von UNGER ingenieure entschied sich das Abwasserwerk Vordereifel für die Aufgabe seiner Kläranlage und den Anschluss über ein Abwasserpumpwerk mit anschließender Druckleitung an die Kläranlage Nothbachtal des Abwasserwerks der Gemeinde Maifeld.
Pumpwerk Kehrig UNGER ingenieure klIn der Planung und Ausführung des Pumpwerkes und der Auslegung der Druckleitungen sollte ein genereller Schwerpunkt auf die Energieeffizienz der Anlagenkomponenten gelegt werden. Neben einer effizienten Pumpentechnik (Kolbenmembranpumpen), die einen wesentlich höheren Wirkungsgrad als herkömmliche Kreiselpumpen in diesem Anwendungsfall aufweisen, wurde eine Photovoltaikanlage zur Deckung des Energiebedarfs des Pumpwerks geplant. Zur Speicherung der Energiespitzen wird bei entsprechenden Leistungen der Photovoltaikanlagen im Tages- und Sommerbetrieb die verdichtete Luft der Druckluftspülung als Energiespeicher genutzt. Hierdurch ist es möglich, überschüssige Energie der Photovoltaikanlage in den Druckluftspeichern zwischen zu speichern und im Bedarfsfall zu nutzen. Der Pumpensumpf wird zum Mengenausgleich in Schwachlastzeiten der Photovoltaikanlage bewirtschaftet.

Nahezu 100 % Eigenstromquote durch die Nutzung von Solarenergie

Die Ertragsprognose für die Eigenstromproduktion der Planung betrug 40.000 kW/a bei einem prognostizierten Stromverbrauch des Abwasserpumpwerks von 60.000 kW/a. Zwei Drittel des Stromverbrauchs sollten also von der Photovoltaikanlage abgedeckt sein. Seit der Inbetriebnahme zeichnet sich jedoch ab, dass durch eine höhere Energieeffizienz der Aggregate eine nahezu vollständige Deckung des Stromverbrauches zu erwarten ist.

Innovative und effiziente Technik

Der Anschluss an die Verbandsgemeinde Maifeld erfolgt über zwei je 3.932 m lange Abwasserdruckleitungen da 110 mm (DN 100) aus HDPE. Die manometrische Förderhöhe der Kolbenmembranpumpen beträgt 105 m (geodätische Förderhöhe 65 m). In der Druckleitung sind vier Molch-/Spülschächte eingebaut. Bei Mischwasserzufluss ist eine Förderleistung von 16 l/s zu gewährleisten. Zur Reduzierung der manometrischen Förderhöhe im Mischwasserbetrieb wird die zweite Druckleitung zugeschaltet (Reduzierung der Druckverluste bei maximaler Förderleistung) und zwei der drei Kolbenmembranpumpen fördern je 8 l/s. Zur Vermeidung von Schwefelwasserstoffbildung in den Druckleitungen wurde das Pumpwerk mit einer Druckluftspülung ausgerüstet. In zwei Druckkesseln à 5 m³ wird die Spülluft auf 15 bar verdichtet. In regelmäßigen Abständen bzw. nach Bedarf bei Meldung über eine H2S-Sonde am Auslauf der Druckleitung wird die Druckluftspülung aktiviert.

Die Bauzeit für das 3-Millionen-Projekt betrug nur 11 Monate

Das neue Pumpwerk mit anschließender Abwasserdruckleitung wurde am 05. November 2015 durch Umweltministerin Ulrike Höfken nach nur 11 Monaten Bauzeit – von Mai 2014 bis Juni 2015 eingeweiht. Im Anschluss daran wurde die Kläranlage Kehrig