„Die Lebensader Rhein in Zeichen des Klimawandels“

Der extrem trockene und heiße Sommer 2018 hat mehr als deutlich gemacht, dass die Wasserwirtschaft vor neuen und großen Herausforderungen steht. Lag der Fokus der Wasserwirtschaft in den vergangen Jahren noch eher auf der Vermeidung von Hochwasser und den damit verbundenen Schäden, verändern sich jetzt die Aufgaben. Langanhaltende Dürrephasen führen zu einer Abnahme von Fluss- und Grundwasserständen, zu Temperaturerhöhungen, zur Zunahme von Schadstoffkonzentrationen und haben damit negative Effekte auf die Flussökosysteme. All dies hat Auswirkungen auf Ökonomie und Volkswirtschaft. Effekte, die durch den Klimawandel, eine veränderte Landnutzung und demographische Veränderungen zusätzlich beeinflusst werden und die Wasserversorgungsunternehmen, Industrie und Schifffahrt künftig berücksichtigen müssen.
Im November 2019 fand der 2. BWK-Rheintag statt und war mit über 100 Teilnehmern ein voller Erfolg. Prof. Joachim Kilian, Geschäftsführer von UNGER ingenieure, die in diesem Jahr wieder mit zu den Organisatoren und Ausstellern des BWK-Rheintags gehörten, sowie Vorsitzender des BWK-HRPS (Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland) eröffnete die Veranstaltung, die sich vor allem durch namhafte Redner sowie engagierte Fachdiskussionen auszeichnete.

„Klimawandel und -anpassung“

Im Einführungsvortrag erklärte Prof. Dr. Thomas Schmid, Präsident des Hessischen Landesamtes für Naturschutz, Umwelt und Geologie, die Grundlagen der 2°C-Grenze. Aus vielfältigen Gründen sei es schwierig, diese einzuhalten. Er zeigte auf, dass in Zukunft u. a. mit häufiger auftretenden Extremwetterereignissen und einem akkumulierten Niederschlagsdefizit zu rechnen sei. Ein Lösungsansatz für die damit verbundenen Probleme sei zum Beispiel das Projekt KLIMPRAX (KLIMawandel in der PRAXis) Stadtklima.

„Der Sommer 2018 – eine Einordnung aus wasserwirtschaftlicher Sicht“

Dr. Jochen Fischer vom Landesamt für Umwelt Rheinland-Pfalz verglich den heißen, trockenen Sommer 2018 mit den letzten Jahrzehnten. Während Starkregenereignisse zunehmen, verzeichnet man gleichzeitig seit 2003 eine immer geringere Grundwasserneubildung. Verantwortlich dafür sei eine sinkende Niederschlagshöhe pro Jahr, aber auch erhöhte Temperaturen.

„Der Grundwasserzustand des Rheintals – Ergebnisse des länderübergreifenden Projekts ERMES-Rhein“

Dipl.-Ing. Harald Rückert vom Hessischen Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie berichtete über die anspruchsvolle Aufgabe, die für die Erforschung und Bewertung des Grundwasserzustands des Rheins relevanten Grundwassermessstellen länderübergreifend zu finden, relevante Parameter zu identifizieren und harmonisierbare Formate zu erzeugen. Die anschließende Auswertung zeigte auf, dass 44 Prozent aller Aquiferen am Oberrheingraben den Trinkwassergrenzwert überschritten.

„Auswirkungen der Wärmelast von Kraftwerkseinleitungen bei Niedrigwasser – Fallbeispiele und Konsequenzen“

Prof. Dr.-Ing. André Niemann vom Institut für Wasserbau und Wasserwirtschaft der Universität Duisburg-Essen stellte fest, dass der Rhein im internationalen Vergleich eines der am stärksten wärmegestressten Systeme ist. Auf die Fischfauna hat das fatale Auswirkungen. So wird der vorgesehene Schwellenwert im Winter durch Kühlwassereinleitungen der Kraftwerke überschritten. Die Zukunftsaussichten schätzt Niemann so ein, dass sich die Lage am Rhein diesbezüglich eher noch verschärfen wird.

„Auswirkungen von Extremereignissen auf die Wasserqualität des Rheins“

Wie verändert sich die Anzahl der Spurenstoffe im Rhein bei Extremwetterereignissen und wie kann man diese Stoffe mit der Non-Target-Analytik erfassen? Auf diese Fragen ging Prof. Dr. Thomas Ternes von der Bundesanstalt für Gewässerkunde in seinem Vo