Gewässerbreites Raugerinne mit Beckenstrukturen

Das Schwabentorwehr an der Dreisam in Freiburg wurde vor fast 150 Jahren errichtet. Inzwischen war es in einem derart maroden Zustand, dass dringender Handlungsbedarf bestand. Darüber hinaus entsprach es nicht der EU-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL), die unter anderem eine ökologische Durchgängigkeit vorschreibt. Fische konnten das unter Denkmalschutz stehende Bauwerk nicht überwinden. Eine Umgehung für die Fische war aus Platzgründen nicht möglich. Der Verlauf der Bundesstraße B31, Häuser, Fuß- und Radwege zu beiden Seiten der Dreisam führten zu der Entscheidung, hier eine gewässerbreite raue Rampe zu bauen.

UNGER ingenieure wurde vom Garten- und Tiefbauamt der Stadt Freiburg mit der Planung des neuen Schwabentorwehrs sowie der Bauüberwachung beauftragt. Entstanden ist ein naturnahes Sohlenbauwerk vom Bautyp „Gewässerbreites Raugerinne mit Beckenstrukturen“ mit folgenden Merkmalen:

Herstellung der ökologischen Durchgängigkeit in der Dreisam nach der WRRL, flussauf- und -abwärts gerichtete Wanderungen der beheimateten Fischarten und von sohlgebundenen Kleinlebewesen wieder möglich
Gesamtlänge ca. 115 m; Beckenstruktur auf Länge von ca. 100 m; Breite von ca.20 bis ca. 24 m (über die gesamte Gewässerbreite)
Gesamtwasserspiegeldifferenz des Sohlenbauwerks von 3,30 m
21 Becken mit Systembeckenlänge von 4,60 m; Wasserspiegeldifferenz von Becken zu Becken im Auslegungsfall beträgt 0,15 m; Wassertiefe in den Becken bis ca. 0,80 m
Auslegung des Sohlenbauwerk nach DWA-M 509:
Deckwerk aus Wasserbausteinen in Setzstein- sowie in Riegelbauweise:
Anordnung eines Kolks mit Fischunterständen aus Stahlbetonfertigteilen am unteren Ende des Sohlenbauwerks

Die Herausforderungen insbesondere bei der Umsetzung des Neubaus waren enorm.

Das Bauwerk musste nach unten abgedichtet werden, um Oberflächenwasserverluste (Infiltration ins Grundwasser) insbesondere bei niedrigen Wasserständen in der Dreisam zu r