UNGER ingenieure wurde von der Stadt Aschaffenburg mit der Planung und Ausführung der Sanierung der bisherigen Mischwasserkanalisation des Wohngebiets Fischerviertel beauftragt, die nicht mehr den allgemein anerkannten Regeln der Technik entsprach. Das Fischerviertel liegt in der Innenstadt direkt am Main.

Das von UNGER ingenieure erstellte Entwässerungskonzept für das 1,5 Hektar große Einzugsgebiet mit 150 Einwohnern sah den Neubau eines Regenüberlaufs mit anschließender Drossel zur ordnungsgemäßen Mischwasserentlastung vor. Zusätzlich wurde ein Hochwasserpumpwerk geplant, das bei Main-Hochwasser die Ableitung des entlasteten Regenwassers gewährleistet.

Sowohl der Regenüberlauf als auch die Pumpstation wurden als unterirdische Bauwerke errichtet. Mit Treppenhaus und einem kleinen Betriebsgebäude bilden sie eine kompakte Einheit. Der Standort für das Regenüberlaufbauwerk mit Hochwasserpumpwerk wurde hochwasserfrei gewählt. Im Zulaufbereich des Regenüberlaufes wurde eine Beruhigungsstrecke angeordnet. Die zwei trocken aufgestellten Pumpen mit einer Förderleistung von je 50 l/s wurden im Kellerraum des neuen Bauwerks direkt neben Pumpensumpf, Regenüberlaufkammer und einem Drossel¬schacht untergebracht. Der Mischwasserabfluss wird mit einer Strahldrossel auf 20 l/s begrenzt. Die ca. 12 m x 15 m große und 8 m tiefe Baugrube wurde als überschnittene Bohrpfahlwand hergestellt, in der die 1 m dicke Bodenplatte des Regenüberlaufs mit Pumpstation verankert ist. 64 Bohrpfähle mit einem Durchmesser von 90 cm wurden mit einer Tiefe von 16 m in den Boden gerammt, um das Bauwerk auftriebssicher für ein hundertjährliches Main-Hochwasser im Ufergelände des Mains zu verankern.

Das oberirdische Betriebsgebäude wurde mit einer Sandsteinverkleidung in die vor¬handene Hochwasserschutzwand integriert und passt gestalterisch perfekt zu der angrenzenden historischen Bausubstanz.

Da sich das Baufeld laut Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege (BLfD) im Bereich eines „Bo¬dendenkmals“ befindet, wurden für die Bauzeit baubegleitende archäologische Untersuchungen abgestimmt. Zudem wurden sämtliche Tiefbauarbeiten von Kampfmittelsondierungen begleitet.

Mit der baulichen Umsetzung der Maßnahmen wurde im April 2018 begonnen. Die Bauarbeiten wurden im November 2019 abgeschlossen. Für die Stadt Aschaffenburg wurde mit diesem 2,6-Millionen-Euro-Projekt ein wichtiger Beitrag für den Gewässerschutz geleistet.