Wasserwerk Kirchberg – Erneuerung der physikalischen Entsäuerung zur Einhaltung der aktuellen Trinkwasserverordnung

Bereits 1979 plante UNGER ingenieure das Wasserwerk Kirchberg im Auftrag des Wasserverbands Gruppenwasserwerk Fritzlar-Homberg. Ende 1981 wurde das Wasserwerk in Betrieb genommen und versorgt seitdem das nördliche Verbandsgebiet und Teile der Stadt Baunatal mit etwa 2,5 Mio. m3 Trinkwasser pro Jahr aus vier Tiefbrunnen.

Die Novellierung der Trinkwasserverordnung stellt seit 2011 jedoch höhere Anforderungen an die Einhaltung des Kalk-Kohlensäure-Gleichgewichts. Die im Wasserwerk Kirchberg bestehende Anlage zur physikalischen Entsäuerung konnte die Einhaltung der geforderten Werte nicht sicher gewährleisten. Nach Vorversuchen an einer halbtechnischen Anlage 2013 entschloss sich der Wasserverband Gruppenwasserwerk Fritzlar-Homberg die Anlage zur physikalischen Entsäuerung des Wasserwerks durch einen Neubau zu ersetzen. UNGER ingenieure wurde mit der Planung und Bauüberwachung des Neubaus beauftragt.

UNGER ingenieure entwickelte dazu verschiedene Bauwerkskonzepte. Hierbei wurden die örtlichen Randbedingungen, die resultierenden Höhenverhältnisse aus dem bestehenden Wasserwerk sowie die aus den beim Bau des Wasserwerks gewonnenen Erfahrungen bezüglich der schlechten Baugrundverhältnisse berücksichtigt. Die architektonische Einpassung des Neubaus in das bestehende Wasserwerk wurde mittels 3D-Ansichten simuliert.

Künftig wird in der 3-straßigen Anlage zur physikalischen Entsäuerung das CO2 aus dem Rohwasser mittels Flachbettbelüfter reduziert. Die für die CO2-Strippung erforderliche Druckluft wird über insgesamt sechs Seitenkanalverdichter erzeugt und die Zuluft über zwei Luftfilter gereinigt. Die Abluft aus den geschlossenen Flachbettbelüftern wird über eine Abluftanlage abgesaugt und ins Freie geleitet. Für die Reinigung der Filterkerzen ist ein Spülbecken mit einer Dosierstation für Ameisensäure vorgesehen. Darüber hinaus steht für Wartungs- und Montagearbeiten eine kleine Krananlage mit einer Tragfähigkeit von 1.000 kg zur Verfügung. Und es wurde zudem darauf geachtet, dass die Zu- und Ablaufleitungen gut zugänglich unterhalb der Laufebene aus Gitterrosten angeordnet sind.

Das Projekt wurde von 2014 bis 2016 realisiert. Die Baukosten betrugen rund 1,6 Millionen Euro.

2017-05-25T13:19:25+00:00